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#OutInChurch

26. Januar 2022

Wir als Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) Münster solidarisieren uns vollumfänglich mit den Forderungen der Initiative #OutInChurch. Wir haben großen Respekt vor dem Mut, den alle 125 Menschen durch ihr öffentliches Outing als queere Personen bewiesen haben. Wir hätten uns gewünscht, dass es zu dem Schritt keinen Mut gebraucht hätte, sondern dass wir schon in einer Welt leben würden, in der sich die katholische Kirche durch Vielfalt, Offenheit, Toleranz und echtes Miteinander auszeichnet.

Wir glauben, dass die Größe von Gottes Liebe zu uns Menschen unendlich ist und somit allen Lebensformen, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen Platz bietet und engagieren uns deshalb umso mehr solidarisch mit #OutInChurch für eine bunte Kirche, in der kein Mensch Angst haben muss. Die Vielfalt, in der Gott uns schuf, soll sich auch in unserem gemeinsamen Leben als Gläubige in Kirche und in der KSHG Münster widerspiegeln.

Konkret bedeutet das für uns, Gemeinde auf Grundlage einer echten Willkommenskultur frei von Diskriminierung zu gestalten. Wir möchten offene Türen und Möglichkeiten für alle anbieten, denen wir an verschiedenen Punkten ihres Lebens begegnen.

Auch soll niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität aus Berufsfeldern und -gruppen der Kirche gedrängt werden.

Die Diskriminierung, die durch das momentan noch gültige Kirchliche Arbeitsrecht stattfindet, muss mithilfe einer Neufassung oder Abschaffung desselben beendet werden. Bis dahin fordern wir das Bistum Münster auf, eine Selbstverpflichtungserklärung abzulegen, dass ein offenes Leben entsprechend der eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität, auch in einer Partnerschaft beziehungsweise Zivilehe, nicht als Loyalitätsverstoß oder Kündigungsgrund gewertet wird.

Die für Studierende alltägliche Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Forschung führt dazu, dass wir die Notwendigkeit von Anpassungen der kirchlichen Lehrmeinung neben dem Arbeitsrecht besonders in den Bereichen von Sexualität und Geschlechtlichkeit sehen.

Nur im Dialog mit dem Geist der Zeit, durch den wiederum Gottes Geist wirkt, können wir als Gemeinde und auch als Kirche insgesamt Menschen glaubwürdig und authentisch begleiten.

Wir solidarisieren uns mit allen queeren Menschen, die in der katholischen Kirche ausgeschlossen werden. Mit all denjenigen, die sich in der Initiative von #OutInChurch geoutet haben und mit all denen, für die stellvertretend die Stimme erhoben wurde.

 

Der Geschäftsführende Ausschuss der KSHG Münster

 

Münster, den 26. Januar 2022