Studierende aus Münster zu Besuch in Ghana
Begegnung, Austausch und neue Perspektiven – Studierende aus Münster zu Besuch in Ghana
Drei Wochen Ghana, viele Begegnungen und jede Menge neue Eindrücke: Bei der Studierendenbegegnung in Tamale ging es vor allem darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, den Alltag vor Ort kennenzulernen und voneinander zu lernen. Vom 24. August bis zum 12. September reisten 22 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen aus Münster nach Ghana. Vor Ort erlebten sie ein vielfältiges Austauschprogramm.
Begegnung: Gemeinsam Alltag erleben
Ein Großteil der Reise war der direkten Begegnung mit den Menschen vor Ort gewidmet. „Ich nehme vor allem die Gastfreundschaft, Offenheit und Herzlichkeit der Menschen mit, ebenso wie neue Perspektiven und Sichtweisen auf das Leben. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell innerhalb der Gruppe und auch mit den Ghanaern ein Gemeinschaftsgefühl entstanden ist und wie willkommen man sich überall gefühlt hat“, berichtet Teilnehmerin Stina. In Tamale nahm die Gruppe am Alltag vor Ort teil: Durch Gottesdienste und Aktivitäten in der Gemeinde, Ausflüge durch die Stadt oder einem gemeinsamen Kochnachmittag und Fußballturnier. Highlight war für viele außerdem der Gastfamilientag, bei dem die Studierenden zu Besuch in den ghanaischen Haushalten sein durften.
Akademischer Austausch: Gemeinsam lernen
Ein zweiter Schwerpunkt lag auf dem fachlichen und inhaltlichen Austausch. Bei einem Cross-Cultural-Workshop setzten sich die Studierenden mit Fragen rund um kulturelle Unterschiede, Gemeinsamkeiten und die eigene Perspektive auseinander und bauten so auf Gelerntes aus ihrer Vorbereitung auf die Reise auf. In der University for Development Studies tauschte sich die Gruppe über das Studierendenleben in Münster und Tamale aus. Weitere Programmpunkte führten unter anderem zu sozialen Einrichtungen, zur Abwasser- und Wasseraufbereitung in Tamale sowie zum Kakaoprojekt Fairafric. Dabei ging es auch um Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährung, globale Zusammenhänge und die Frage, wie gesellschaftliche Herausforderungen in unterschiedlichen Kontexten angegangen werden. Ein Besuch beim Tamale Metropolitan Assembly und Austausch mit dem Bürgermeister rundete die Eindrücke ab.
Beim Besuch des Saint Victor’s und des Saint Augustine Seminary gab es Gelegenheit, einen Einblick in die Ausbildung der Priesteramtskandidaten in Ghana zu erhalten. Darüber hinaus war die Auseinandersetzung mit gelebtem Glauben in Ghana und Deutschland ein allgegenwärtiges Thema im Austausch. „Die bunten, fröhlichen Gottesdienste in Tamale haben mich sehr glücklich gemacht. Ein beeindruckender Moment war hierbei, als der Strom mitten in der Messe ausging, mit ihm auch die Ventilatoren und das Licht und wir einfach so lange weiter gesungen haben, bis der Strom wieder zurückkam“, erinnert sich Teilnehmerin Jana.
Ghana kennenlernen: Unterwegs im Land
„Das gemeinsame Tanzen, die Hängebrücken Überquerung im Regen im Kakum Nationalpark, die Elefanten im Mole Nationalpark, die Märkte, die Yellow-Yellow Fahrten in Tamale, die laute Afro-Beats Musik während den Busfahrten, Jollof Rice, Mango und natürlich vor allem die Menschen!“ – so versucht Stina, ihre Highlights der Reise zusammenzufassen. Für viele der Studierenden war es die erste Reise in ein afrikanisches Land. Dementsprechend gehörte auch zum Programm, das Land Ghana selbst kennenzulernen. Die Reise führte die Gruppe nach Accra und Kumasi sowie nach Cape Coast. Im Kakum National Park und im Mole National Park konnten die Studierenden außerdem die Landschaft und Tierwelt des Landes erleben.
„Diese drei Wochen waren eine sehr bereichernde, intensive und wertvolle Zeit für mich. Innerhalb von drei Wochen ein neues Land mit einer für mich neuen Kultur kennenzulernen und dabei neue Freundschaften zu schließen hat mich sehr glücklich gemacht. Die Ghanaer sind so offene und herzliche Menschen und haben uns direkt als Freunde und nicht fremde Gruppe empfangen. An die Zeit in Ghana werde ich mich immer gern zurückerinnern“, resümiert Teilnehmerin Norina.
Die Verbindung aus persönlicher Begegnung, fachlichem Austausch und dem gemeinsamen Kennenlernen des Landes macht die Studierendenbegegnung zu einem besonderen Teil dieser Partnerschaft. Die Reise endet mit dem Rückflug nach Münster – der Austausch aber geht weiter. Denn viele Gespräche, Eindrücke und neue Perspektiven begleiten die Studierenden auch über die Zeit in Ghana hinaus. Der Besuch ghanaischer Studierender in Münster ist für Mai und Juni 2027 geplant.
Eine Partnerschaft, die von Begegnung lebt
Die katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde Münster pflegt seit 2002 die Partnerschaft zur Saint Peter and Paul Parish in Tamale. Herzstück der Partnerschaft sind die Studierendenbegegnungen, die jährlich abwechselnd in Tamale und Münster durchgeführt werden. Auf Münsteraner Seite wird der Austausch gemeinsam von der KSHG Münster, dem Fachbereich Oecotrophologie der FH Münster, der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und der Stadt Münster organisiert. Auf ghanaischer Seite sind die Saint Peter and Paul Parish, die University for Development Studies, das Saint Victor’s und Saint Augustine Seminary sowie die Tamale Metropolitan Assembly Teil des Austausches.
Barbara Loy, Referentin für Nachhaltigkeit und Gesellschaft KSHG
